Zum Inhalt springen
AnamneseArchiv der Psychologie

Mindestens zwei Zeichen

Ordner 09 / 10 · drei Akten · 1943–1951

Humanistische Psychologie

Die humanistische Psychologie verstand sich als dritte Kraft: nicht Psychoanalyse, die vom Konflikt her denkt, und nicht Behaviorismus, der vom Reflex her denkt. Ihr Einwand war, dass beide ihr Bild vom Menschen an Kranken und an Ratten gewonnen hatten und deshalb systematisch zu eng ausfielen.

Was sie stattdessen in den Mittelpunkt stellte — Wachstum, Sinn, die Fähigkeit zur eigenen Entwicklung —, war schwerer zu messen als Speichelfluss. Genau das ist der Grund, warum dieser Ordner so unterschiedliche Replikationsstände versammelt: Wo die Ansätze prüfbare Behauptungen aufstellten, sind sie geprüft worden, und die Ergebnisse fallen geteilt aus.

Bemerkenswert ist, wer sich hier prüfen ließ. Carl Rogers, den die Rezeption zur Gegenfigur der messenden Psychologie gemacht hat, war einer der Ersten, die Therapiesitzungen aufzeichneten, um sie überprüfbar zu machen.

  1. Akte 013Carl RogersKlientenzentrierte Psychotherapie (1951)Teilweise repliziert
  2. Akte 014Abraham MaslowBedürfnishierarchie (1943)Nicht repliziert
  3. Akte 015Viktor FranklLogotherapie (1946)Nicht anwendbar