Falsche Erinnerung
≈ 3 MIN · 15 WÖRTER + 13 KARTEN · Gedächtnis
Worum es geht
Das Gedächtnis speichert nicht, es baut: Fünfzehn Nachbarn eines Wortes, das nie fällt, genügen, damit viele es hinterher „gesehen haben". Deese fand das 1959, Roediger und McDermott machten es 1995 zum Paradigma — der Laborbeleg dafür, dass Erinnern Rekonstruktion ist.
Im Original erkannten die Teilnehmer die Köderwörter in ähnlichem Maß fälschlich wieder wie tatsächlich gezeigte Wörter — in der zweiten Studie bei rund drei Vierteln der Listen, oft mit dem Urteil, sich sicher zu erinnern. Genau diese Sicherheit ist die Pointe.
So läuft es ab
- Fünfzehn Wörter erscheinen nacheinander, je 1,5 Sekunden (feste Assoziationsreihenfolge — Mischen würde den Effekt schwächen).
- Zwanzig Sekunden Rückwärtszählen (geprüft).
- Wiedererkennung über 13 Karten: alt (Taste 1) oder neu (Taste 2) — sechs alte, sechs neutrale neue, ein Köder.
Läuft vollständig im Browser — nichts wird übertragen oder gespeichert.
Sie können den Versuch jederzeit abbrechen.
Ihr Befund
Was das bedeutet
Grenzen des Versuchs
- Eine Liste, ein Köder — das Original mittelte über viele Listen.
- Wiedererkennung ohne „sicher/unsicher"-Urteil; das Original erhob auch das.
- Wer das Paradigma kennt, kann den Köder erraten — der Befund sagt es dazu.
→ Akte 009 · LOFTUS→ Thema: Messung und Methode→ Glossar: Rekonstruktives Gedächtnis→ Glossar: Fehlinformationseffekt