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AnamneseArchiv der Psychologie

Mindestens zwei Zeichen

Ordner 04 / 10 · drei Akten · 1903–1938

Behaviorismus

Der Behaviorismus war eine Notbremse. Die Psychologie um 1900 arbeitete mit geschulter Selbstbeobachtung, und wenn zwei Labore zu verschiedenen Ergebnissen kamen, gab es kein Verfahren, das zu entscheiden. John B. Watsons Ausweg von 1913 war radikal: Die Psychologie solle nur noch untersuchen, was zwei Beobachter unabhängig voneinander sehen können.

Der Gewinn war eine Methodendisziplin, die das Fach bis heute trägt, und eine Reihe von Befunden, die zu den robustesten überhaupt gehören — klassische und operante Konditionierung sind über Arten, Labore und Jahrzehnte hinweg reproduziert und tragen die wirksamsten Verfahren, die die Verhaltenstherapie kennt.

Der Preis war ein Verbot. Vier Jahrzehnte lang galten Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Vorstellung als unwissenschaftliche Themen. Auffällig an diesem Ordner ist etwas anderes: Alle drei Akten tragen eine Legende, die die Quellen nicht hergeben — die Glocke, die Dekonditionierung, das Kind in der Kiste.

  1. Akte 004Iwan PawlowKlassische Konditionierung (1903)Repliziert
  2. Akte 005John B. WatsonLittle-Albert-Experiment (1920)Nicht repliziert
  3. Akte 006B. F. SkinnerOperante Konditionierung (1938)Repliziert