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AnamneseArchiv der Psychologie

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Akte 017 · Anfänge

Wilhelm Wundt

Wilhelm Wundt, Porträt
Wilhelm Wundt

Abb. 1 — Public domain · Wikimedia Commons


Ein Seminarraum im Leipziger Konviktgebäude, im Wintersemester 1879: Ein Professor der Philosophie überlässt zwei Studenten und einem amerikanischen Gast seine privaten Messapparate, um Reaktionszeiten zu registrieren. Kein Gründungsbeschluss, keine Feierstunde — aber von diesem Zimmer aus zählt das Fach seither seine Geschichte. Das erste psychologische Labor der Welt begann als Nebenraum mit geliehener Zeit.

Wundt wurde am 16. August 1832 in Neckarau bei Mannheim geboren, als Sohn eines Pfarrers — das vierte Kind, von dem nur er und ein Bruder die Kindheit überlebten. Der Junge war ein Einzelgänger mit einem einzigen Freund und, nach eigener Auskunft, ein Tagträumer, den erst die Universität weckte. Er studierte Medizin in Tübingen und Heidelberg, schloss als Jahrgangsbester ab und entschied sich gegen die Praxis und für das Labor: erst ein Semester Physiologie bei Johannes Müller in Berlin, dann, von 1858 an, Jahre als Assistent von Hermann von Helmholtz in Heidelberg — die Lehrzeit bei dem Mann, der die Geschwindigkeit der Nervenleitung gemessen und damit vorgeführt hatte, dass auch das Innere eine Dauer hat.

In Heidelberg schrieb Wundt die Bücher, die das neue Fach ankündigten: die Beiträge zur Theorie der Sinneswahrnehmung mit ihrer programmatischen Forderung einer experimentellen Psychologie, dann die Grundzüge der physiologischen Psychologie von 1874 — das Lehrbuch einer Wissenschaft, die es noch nicht gab, geschrieben, um sie herbeizuschreiben. Der Ruf kam prompt: 1874 Professor in Zürich, 1875 auf den philosophischen Lehrstuhl in Leipzig — als Mediziner unter Philosophen, was das Fach für Jahrzehnte institutionell prägte: Die deutsche Psychologie wuchs in Philosophie-Instituten auf.

1879 begann in Leipzig die Laborarbeit, 1883 erhielt das Institut offiziellen Status und Etat, 1881 gründete Wundt mit den Philosophischen Studien die erste Zeitschrift des Fachs — die Werkstatt hatte nun ein eigenes Publikationsorgan, in dem ihre Dissertationen erschienen. Und sie erschienen in Serie: Wundt betreute in Leipzig weit über hundertfünfzig Promotionen, und die Namensliste seiner Schüler liest sich wie das Adressbuch der Fachgeschichte — Emil Kraepelin, der die Psychiatrie ordnete; James McKeen Cattell, sein erster Assistent und Amerikas erster Psychologieprofessor; Edward Titchener, der Wundt nach Amerika übersetzte und dabei verbog; Oswald Külpe, der in Würzburg gegen den Lehrer aufstand; Hugo Münsterberg, den James nach Harvard holte. Wer um 1900 irgendwo auf der Welt ein psychologisches Labor gründete, hatte in der Regel in diesem Leipziger Gebäude gelernt, wie man das macht.

Die Methode des Hauses war strenger, als ihr Ruf es überliefert. Wundt ließ trainierte Beobachter unter kontrollierten Bedingungen auf einfache Reize reagieren — Zeiten, Schwellen, Umfänge —, und er verbot ausdrücklich, was später unter seinem Namen lief: das freie Ausfragen des Inneren nach komplexen Vorgängen. Für das Höhere — Sprache, Mythos, Sitte — hielt er das Experiment für ungeeignet und schrieb dafür ein zweites Lebenswerk: die zehnbändige Völkerpsychologie, erschienen zwischen 1900 und 1920, eine Kulturpsychologie avant la lettre, die die Rezeption fast vollständig ignoriert hat. Der Mann des Labors hielt das Labor nur für die halbe Psychologie; gemerkt hat sich die Nachwelt die Hälfte.

Der Alltag hinter dem Werk war von einer Regelmäßigkeit, die seine Schüler halb ehrfürchtig, halb amüsiert überliefert haben: vormittags Schreiben, nachmittags der Rundgang durchs Institut, die Vorlesung, der Spaziergang — ein Leben im Stundenplan, geführt mit schwachen Augen, die ihm das Lesen zeitlebens erschwerten und das Diktieren zur Arbeitsform machten. 1872 hatte er Sophie Mau geheiratet, Tochter eines Kieler Theologen; der Sohn Max wurde Philosoph. Und eine Personalie verdient den Aktenvermerk: Unter den weit über hundert Doktoranden war mit Anna Berliner genau eine Frau — die Statistik der Gründerzeit in einer einzigen Zahl.

Sein Alter war produktiv und, an einer Stelle, dunkel: Wie ein erheblicher Teil der deutschen Professorenschaft unterschrieb und schrieb Wundt 1914 für den Krieg — Reden und Schriften, in denen der Dreiundachtzigjährige die deutsche Sache verteidigte. Die Akte vermerkt es, wie sie Jungs Jahre nach 1933 vermerkt: als Teil des Bildes, nicht als Fußnote.

Der Umfang seines Werks ist selbst ein Befund und wurde entsprechend nachgerechnet: Der Wissenschaftshistoriker Edwin Boring zählte die gedruckten Seiten zusammen und kam für die Jahre zwischen 1853 und 1920 auf über fünfzigtausend — im Schnitt gut zwei veröffentlichte Seiten an jedem Tag eines Erwachsenenlebens. Nicht alles davon ist Psychologie, vieles ist Philosophie, Logik und Ethik, und ein erheblicher Teil besteht aus Neuauflagen, die Wundt jedes Mal überarbeitete. Gelesen hat das im zwanzigsten Jahrhundert kaum noch jemand vollständig, und die englischen Übersetzungen decken nur einen Bruchteil ab — einer der schlichten Gründe, warum die Karikatur von Wundt so lange überlebte.

Wundt starb am 31. August 1920 in Großbothen bei Leipzig, wenige Tage nach Abschluss seiner Lebenserinnerungen — ein Autor bis zur letzten Woche, mit einem Werkverzeichnis, dessen Umfang die Fachgeschichte auf Zehntausende Druckseiten schätzt. Sein Leipziger Institut wurde 1943 im Bombenkrieg zerstört; was das Fach von ihm behalten hat, ist kein Gebäude und keine These, sondern eine Selbstverständlichkeit: dass man Psychologie studieren kann.

Die Frage, auf die dieses Institut die Antwort war, ist älter als sein Gründer: Kann es eine Naturwissenschaft vom Seelischen geben? Kant hatte sie verneint — dem Inneren fehle das Messbare —, und noch um 1850 galt die Psychologie als Provinz der Philosophie. Dann kam die Physiologie ins Spiel: Helmholtz maß die Geschwindigkeit der Nervenleitung, Fechner verband Reizstärke und Empfindung zu einer Formel, der Holländer Donders zerlegte Reaktionszeiten in Teilprozesse. Die Werkzeuge lagen bereit; was fehlte, war ein Ort, an dem sie einem eigenen Fach gehörten. Wundts Grundzüge der physiologischen Psychologie von 1874 kündigten diesen Ort an — das Buch beginnt mit dem Satz, hier werde ein neues Gebiet der Wissenschaft abgegrenzt —, und Leipzig lieferte ihn fünf Jahre später.

Wundt mit Mitarbeitern im Leipziger Institut
Abb. 2 — Wundt (sitzend) mit Mitarbeitern am Apparat, Leipziger Institut. Public domain · Wikimedia Commons

Die Szene ist unspektakulär, wie die meisten Gründungsszenen des Fachs: ein Raum im Konviktgebäude der Universität, ab dem Wintersemester 1879 regelmäßig für eigenständige Versuche der Studenten genutzt. Gemessen wurde, was sich messen ließ — Reaktionszeiten mit dem Hipp'schen Chronoskop auf die Tausendstelsekunde, Unterschiedsschwellen, Aufmerksamkeitsumfänge am Tachistoskop, der Verlauf von Gefühlen an Puls und Atmung. Der Beobachter war kein naiver Proband, sondern ein trainierter Kollege: Wer bei Wundt aussagte, hatte Tausende Durchgänge hinter sich, antwortete auf einfache, wiederholbare Reize und hatte sich jeder Deutung zu enthalten. Die berühmte Introspektion des Hauses war keine Selbstversenkung, sondern ein Protokoll unter Laborbedingungen — näher an der Psychophysik als an der Couch.

Das Datum, das die Vorgeschichte trägt, hatte Fechner geliefert: Am Morgen des 22. Oktober 1850, so seine eigene Erzählung, kam dem Leipziger Physiker im Bett der Gedanke, dass sich Reiz und Empfindung in ein messbares Verhältnis setzen lassen — die Psychophysik war geboren, und mit dem Weber-Fechner-Gesetz besaß das Seelische seine erste Gleichung. Wundt hat diese Erbschaft nie verleugnet; sein Institut lag in derselben Stadt, und die Schwellenmessungen seiner Anfangsjahre sind angewandter Fechner. Der Unterschied war der Anspruch: Fechner wollte eine Formel, Wundt ein Fach.

Die Vorgeschichte des Instituts hängt an einer Pendeluhr. Als junger Heidelberger Dozent hatte Wundt an einem schwingenden Zeiger beobachtet, dass man Glockenschlag und Zeigerstand nie gleichzeitig erfasst — die Aufmerksamkeit braucht für den Wechsel eine messbare Spanne, sein „Gedankenmesser“. Aus dieser Beobachtung wuchs das Programm: Wenn schon das einfache Zusammennehmen zweier Eindrücke Zeit kostet, dann hat das Seelische eine Chronometrie, und wer sie messen will, braucht Uhren, die Tausendstel zählen. Das Leipziger Institut war zuerst ein Uhrenkabinett — Chronoskope, Kymographen, Tachistoskope, Fallapparate —, und die Werkstattkultur, die Geräte zu eichen, bevor man Menschen misst, ist sein unsichtbarstes Erbe.

Auch eine Theorie hatte das Haus, und sie ist gründlicher vergessen als seine Apparate. Gegen die englische Assoziationslehre, die das Seelenleben aus Verknüpfungsgesetzen baute, setzte Wundt die Apperzeption: die aktive, aufmerksame Zusammenfassung, die aus Elementen mehr macht als ihre Summe — schöpferische Synthese nannte er das, und den Willen, nicht die Empfindung, hielt er für den Grundvorgang des Seelischen. Diese voluntaristische Psychologie hat keine Schule überlebt; ihr Echo aber schon — wer heute Top-down-Aufmerksamkeit gegen bloße Reizverkettung stellt, wiederholt die Leipziger Frontstellung mit neuen Wörtern.

Die Zahlen, die diese Werkstatt hervorbrachte, sind heute Fußnoten — eine Subtraktionslogik der Teilprozesse hier, eine Schwellentabelle dort. Ihr eigentliches Ergebnis war das System: 1881 die erste Fachzeitschrift, in der die Arbeiten des Instituts erschienen; 1883 der offizielle Status samt Etat; ein Kursprogramm, das aus Hörern Experimentatoren machte; und eine Promotionsmaschine, durch die weit über hundertfünfzig Dissertationen liefen. Das Institut war weniger ein Entdeckungsort als eine Normalisierungsanstalt: Es machte aus der Frage, ob man Seelisches messen kann, eine Routine mit Geräteschrank und Semesterplan. Wer die Fallakten dieses Archivs liest — Pawlows Tropfenzählung, Ebbinghaus' Silbenreihen, noch Milgrams Voltskala —, liest überall dieselbe Leipziger Grundregel: Ein seelischer Vorgang gilt, wenn er eine Zahl hinterlässt.

Wie schnell das Modell wanderte, lässt sich an Jahreszahlen ablesen. 1883 gründete Wundts Hörer G. Stanley Hall in Baltimore das erste amerikanische Labor, 1887 die erste amerikanische Fachzeitschrift, 1892 die American Psychological Association; Cattell trug als erster Professor für Psychologie die Leipziger Messkultur nach Pennsylvania und prägte für ihre Anwendung auf Individuen das Wort „mental test“. Binnen fünfzehn Jahren hatte das Exportmodell mehr Labore hervorgebracht, als das Deutsche Reich besaß — die Gründung war repliziert, bevor irgendein Befund es sein musste.

Die Rezeption hat aus dem Gründer dann eine Karikatur gemacht, und diese Karikatur ist der eigentliche Streitfall der Akte. Die amerikanischen Lehrbücher des zwanzigsten Jahrhunderts erzählten Wundt als den Mann, der Versuchspersonen ins eigene Bewusstsein starren ließ, bis der Behaviorismus dem Spuk ein Ende machte — eine Ursprungslegende, die Watson die Rolle des Erlösers zuschrieb. Kurt Danziger hat diese Überlieferung ab 1980 an den Quellen geprüft und Stück für Stück zerlegt: Wundt lehnte die freie Selbstbeobachtung komplexer Vorgänge ausdrücklich ab und ließ sie in seinem Labor nicht zu; die introspektiven Exzesse, die die Lehrbücher ihm zuschreiben, stammen von anderen — von Titcheners Strukturalismus in Amerika und von der Würzburger Schule seines abtrünnigen Schülers Külpe, gegen deren „Ausfragemethode“ Wundt selbst polemisierte. Der Gründervater des Fachs ist in dessen Standarderzählung der am gründlichsten falsch zitierte Autor — auch weil ihn kaum jemand las: Übersetzt wurde nur ein Bruchteil, und die Rezeption lief über die Brille seiner amerikanischen Schüler.

Mit der Karikatur verschwand die halbe Werkbiographie. Wundt hielt das Experiment nur für die Erdgeschoss-Etage der Psychologie; für Sprache, Mythos und Sitte — die höheren Vorgänge — schrieb er die zehnbändige Völkerpsychologie, eine vergleichende Kulturpsychologie, die er für mindestens gleichrangig hielt. Die Nachwelt hat die Bände beiseite gestellt: zu philosophisch für die Experimentatoren, zu psychologisch für die Ethnologen. Erst die neuere Fachgeschichte und die kulturvergleichende Psychologie führen sie wieder als Vorgeschichte — ein zweites Beispiel dafür, dass diese Akte weniger von widerlegten Befunden handelt als von selektiver Erinnerung.

Bleibt der Befund über die Beobachter selbst: Wundts trainierte Aussagepersonen waren Kollegen und Doktoranden — Experten, die wussten, was das Haus erwartete. Die moderne Methodenlehre nennt so etwas Erwartungseffekte und kontrolliert sie mit Verblindung; die Leipziger kontrollierten sie mit Disziplin. Dass beides dieselbe Sorge behandelt, macht das Institut zum Ahnherrn auch seiner eigenen Kritik.

Selbst das Gründungsdatum ist bestritten, und der Streit gehört in die Akte. In Harvard hatte William James schon 1875 einen Raum für Demonstrationen eingerichtet, in dem Studierende Apparate bedienten; amerikanische Darstellungen führen ihn deshalb gelegentlich als das erste psychologische Laboratorium. Der Unterschied liegt im Zweck: James' Raum diente dem Unterricht, Wundts Institut der Erzeugung von Daten, mit Protokollen, Publikationsorgan und Doktoranden, die dort ihre Untersuchungen durchführten. Wer nach dem ersten Ort fragt, an dem psychologische Apparate standen, findet mehrere Kandidaten; wer nach der ersten Werkstatt fragt, die planmäßig Befunde herstellte und veröffentlichte, findet Leipzig. Die Akte hält beide Fragen auseinander, weil die Verwechslung der übliche Grund für den Streit ist.

Was heute steht, ist deshalb eigentümlich unsterblich und unsichtbar zugleich. Kein einzelner Wundt-Befund trägt ein Lehrbuchkapitel; die mentale Chronometrie aber, die sein Labor zur Routine machte, ist als Reaktionszeitmessung das Alltagswerkzeug der gesamten Kognitionspsychologie geblieben — jeder Priming-Versuch, jede Aufmerksamkeitsstudie steht in dieser Linie. Die Institution selbst ist der replizierteste Befund: Das Leipziger Modell aus Labor, Zeitschrift und Ausbildung wurde binnen einer Generation auf drei Kontinente kopiert, von seinen eigenen Schülern. Und die Grenze, die Wundt zog — das Experiment für das Einfache, andere Methoden für das Kulturelle —, ist als Streit über ökologische Validität bis in Neissers Akte dieses Archivs aktenkundig. Der Replikationsstatus dieser Fallakte lautet darum nicht-anwendbar, und das ist keine Ausrede: Man kann eine Institution nicht wiederholen. Man kann nur zählen, wie oft sie nachgebaut wurde.

Die Lehrbuchfassung braucht Wundt als Strohmann: den weltfremden Introspektionisten, dessen Methode scheitern musste, damit Watson recht bekommt. Die Quellen geben das nicht her — Wundt verbot in Leipzig genau das Verfahren, das die Legende ihm zuschreibt, und stritt öffentlich gegen die Schulen, die es praktizierten.

Wie die Karikatur entstand, lässt sich nachzeichnen. Übersetzt wurde kaum etwas; gelesen wurde Wundt in Amerika durch Titchener, der aus dem Leipziger Programm seinen eigenen Strukturalismus machte und ihn unter dem Namen des Lehrers unterrichtete. Als der Behaviorismus dann einen Gegner brauchte, stand die Figur bereit — und jede Lehrbuchgeneration schrieb sie von der vorigen ab. Es ist derselbe Mechanismus, den diese Sammlung bei Little Albert und bei Aschs Linien dokumentiert: Die Geschichte des Fachs wird aus zweiter Hand erzählt, und die zweite Hand glättet.

Verloren ging dabei die halbe Person. Der angebliche Laborfanatiker hielt das Labor für begrenzt und schrieb zehn Bände Kulturpsychologie; der angebliche Ahnherr der Bewusstseinszergliederung dachte in Prozessen und prägte dafür das Wort Apperzeption. Wer heute über die Grenzen des Experiments streitet, führt eine Debatte, die der Erfinder des psychologischen Experiments selbst eröffnet hat — nur weiß es kaum jemand, weil die Bände unübersetzt blieben.

Der Notizzettel zu dieser Akte ist deshalb eine Leseanweisung: Wundt ist kein widerlegter Autor, sondern ein ungelesener. Das ist im Archivwesen der größere Schaden.

Replikationsstatus: nicht anwendbar. Eine Institutsgründung lässt sich nicht wiederholen, nur nachbauen — und nachgebaut wurde sie auf drei Kontinenten, von Wundts eigenen Schülern.

Primärquellen. Wundt, W. (1874). Grundzüge der physiologischen Psychologie. Leipzig: Engelmann. — Das Programm des Fachs vor dem Fach; spätere Auflagen wuchsen auf drei Bände. Wundt, W. (1900–1920). Völkerpsychologie, 10 Bände. Leipzig: Engelmann/Kröner. — Die ignorierte zweite Werkhälfte. Wundt, W. (1920). Erlebtes und Erkanntes. Stuttgart: Kröner. — Die Lebenserinnerungen, abgeschlossen Tage vor dem Tod.

Historiographie. Danziger, K. (1980). The history of introspection reconsidered. Journal of the History of the Behavioral Sciences, 16(3), 241–262. — Die Quellenarbeit, die die Introspektions-Karikatur zerlegte. Bringmann, W. G., & Tweney, R. D. (Hrsg.) (1980). Wundt Studies: A Centennial Collection. Toronto: Hogrefe. — Der Jubiläumsband der Neubewertung. Blumenthal, A. L. (1975). A reappraisal of Wilhelm Wundt. American Psychologist, 30(11), 1081–1088.

Offene Punkte. Die Zahl der Leipziger Promotionen (156–186 je nach Zählung) und das genaue Gründungsdatum der Laborräume werden in der Literatur unterschiedlich angegeben; die Akte folgt der vorsichtigen Lesart „ab Wintersemester 1879“ und lässt die Promotionszahl als TODO stehen.

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