Ordner 02 / 10 · fünf Akten · 1900–1945
Psychoanalyse
Die Psychoanalyse behauptet, dass ein erheblicher Teil dessen, was Menschen tun, Gründen folgt, die ihnen selbst nicht zugänglich sind. Sie entstand nicht im Labor, sondern im Behandlungszimmer — aus dem Zuhören bei Patientinnen, deren Beschwerden sich neurologisch nicht erklären ließen.
Zwischen 1900 und 1940 wurde daraus eine Bewegung mit Vereinen, Zeitschriften, Ausbildungsordnungen und Abspaltungen. Der Streit gehört zur Sache: Jung ging, Adler ging, und in London stritten Anna Freud und Melanie Klein fünf Jahre lang darüber, ab wann ein Kind ein Innenleben hat, das sich analysieren lässt.
Für ein Archiv, das Replikation dokumentiert, ist dieser Ordner der schwierigste. Keines der vier Werke hier ist eine Studie; es sind Deutungen, Systematiken und Fallberichte. Diese Akten führen deshalb keine Replikationsquote, sondern die Frage, was von ihren Behauptungen heute noch trägt — und wer das geprüft hat.
- Akte 001Sigmund FreudDie Traumdeutung (1900)Nicht anwendbar
- Akte 002Carl Gustav JungPsychologische Typen (1921)Teilweise repliziert
- Akte 003Anna FreudDas Ich und die Abwehrmechanismen (1936)Nicht anwendbar
- Akte 016Melanie KleinDie Psychoanalyse des Kindes (1932)Nicht anwendbar
- Akte 033Karen HorneyUnsere inneren Konflikte (1945)Nicht anwendbar