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AnamneseArchiv der Psychologie

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Ordner 07 / 10 · drei Akten · 1951–1971

Sozial­psychologie

Die Sozialpsychologie untersucht, wie Denken, Fühlen und Handeln einzelner Menschen durch die tatsächliche, vorgestellte oder implizierte Anwesenheit anderer geprägt werden. Sie verschiebt die Erklärung von Verhalten weg von festen Eigenschaften der Person hin zur Situation, in der die Person steht.

Als eigenständiges Feld formierte sie sich in den 1930er- und 1940er-Jahren im Umfeld der Gestaltpsychologie und der aus Europa emigrierten Forscherinnen und Forscher. Kurt Lewins Feldtheorie lieferte das Grundmotiv: Verhalten ist eine Funktion von Person und Umwelt. Muzafer Sherifs Arbeiten zur Normbildung und Solomon Aschs Konformitätsstudien machten daraus ein experimentelles Programm.

Nach 1945 wurde die Frage nach Gehorsam, Konformität und Gruppendruck politisch aufgeladen. Die Experimente von Stanley Milgram und das Stanford-Prison-Experiment von Philip Zimbardo wurden weit über die Fachwelt hinaus rezipiert — und sind bis heute die meistdiskutierten Fälle in der Debatte um Forschungsethik und um die Belastbarkeit sozialpsychologischer Befunde.

Genau diese Prominenz macht die Strömung zum Prüfstein der Replikationskrise: Die drei Akten dieser Mappe unterscheiden sich deutlich darin, wie gut ihre Befunde späteren Wiederholungen standgehalten haben.

  1. Akte 010Stanley MilgramBehavioral Study of Obedience (1963)Teilweise repliziert
  2. Akte 011Solomon AschKonformitätsexperimente (Linienurteil) (1951)Repliziert
  3. Akte 012Philip ZimbardoStanford-Prison-Experiment (1971)Nicht repliziert